Ich schreibe jetzt auf Substack

11.06.2020 | #Persönliches

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Wenn dich nicht interessiert warum: Glückwunsch, du hast diesen Text durchgespielt, ab hier gibt es nichts mehr Interessantes für dich und wir lesen uns in der nächsten Mail.

Für die, die wissen wollen warum: Weil ich zu lange Texte schreibe und jetzt eher kurze Texte schreiben werde. Unter anderem. Aber das hier ist noch kein Newsletter, also wird das jetzt noch etwas länger. Here's the story.

 

Warum ein Newsletter?

2010 habe ich angefangen zu bloggen. Und ich klinge jetzt vielleicht wie ein Boomer, aber das war eine andere Zeit. Social Media war noch in der Zeit, die ich in Trainings für Kunden als "Wild Wild West" bezeichne, es gab noch keine nervigen Unternehmen, die es nicht ganz verstanden haben, und Klicks waren noch kein Geschäftsmodell. Mittlerweile hat das Internet die Wirtschaft und Medienlandschaft durchdrungen - und das ändert auch, wie man einen Blog betreibt.

Durch meine Arbeit in der PR gewinne ich immer mehr den Eindruck, dass die Zeit von "Ich stelle meinen Website-Link auf alle Kanäle und generiere damit Klicks" ein Stück weit vorbei ist. Das hat viele Gründe. Facebook z. B. hat den Algorithmus zuerst stark so geändert, dass Videos bevorzugt werden, und mittlerweile geht's hauptsächlich darum, dass du auf der Plattform bleibst. (Das ist auch der Grund, warum dein YouTube-Link keine Likes kriegt, deine Videodatei, die du auf Facebook direkt teilst, aber schon.)

Ich merke es aber auch an mir selbst. Sogar ich als Medienjunkie bevorzuge mittlerweile einen Twitter-Thread statt eines Artikels. Das ist für Medienunternehmen eine unangenehme Situation, aber der User ist King - und man muss sich eben danach richten, wie und wo die User Content konsumieren wollen. Die bessere Strategie ist in den meisten Fällen, alle Kanäle zu bespielen.

Und das mach ich eigentlich auch schon lange. Ich poste auf Facebook andere Dinge als auf Twitter - und das hängt auch davon ab, ob ich auf meinem Facebook-Profil oder meiner Facebook Page poste. Auf Instagram mache ich einen Unterschied, was in die Beiträge kommt und was in die Story, und auf diesem Blog überlege ich mittlerweile, was einen Text "wert ist", und was man in ein paar Tweets genauso gut sagen kann.

Die Entscheidung zum Newsletter ist auch eine Entscheidung fürs Kleinformat.

 

Was wird in dem Newsletter passieren?

Das soll nicht heißen, dass man jetzt das, was auf meinem Kopf übrigbleibt, über E-Mail recyceln kann. Ich habe ein klares Konzept. Ich schreibe über Politik und Medien, vor allem mit Schwerpunkt Social Media. Das sind die Themen, die mich jeden Tag beschäftigen und über die ich wirklich viel erzählen kann. Nach meiner Erfahrung im Journalismus und auf PR-Seite hab ich viel zu erzählen und ich glaube, dass gerade auch junge Menschen, die im polit-medialen Komplex noch nicht so viel rumgekommen sind, davon profitieren könnten.

Kurz zum Thematischen: Wer meinen Blog kennt, weiß, dass ich über Innen- und Außenpolitik, über Medien und das Internet und ab und an was Persönliches schreibe. Bisschen breit für einen Newsletter, isn't it? Darum wird sich der Newsletter auf politische Kommunikation fokussieren. Politik und Medien. Nicht nur, aber vor allem Österreich-Content. Ich schau mir an, wie sich Politiker inszenieren, welche Frames sie verwenden, wie sie ab und an ihre Wähler verarschen und wie das mit dem Verhältnis zwischen Politik, Wirtschaft und Medien funktioniert.

Warum gerade ich kompetent bin, um das zu erzählen? Weil ich ein Digital Native in einer Medienwelt bin, die Digital Natives oft immer noch auf ihre Chance warten lässt. Weil ich die Medien, sowohl Fernsehen als auch Print und Online, von innen kenne, und jetzt auf der PR-Seite arbeite. Weil ich im Internet aufgewachsen bin und auf solche Themen einfach eine eigene Sicht hab. Und weil ich ab und zu Sachen mitkriege, die nicht jeder mitkriegt.

Es wird garantiert auch mal eine Mail geben, über deren Inhalt man streiten kann. Aber ich streite eh gern. Und freu mich auf Antwortmails - gerade jetzt, wo das alles noch furchtbar scheitern könnte!

 

Und wie geht's sonst weiter?

Das kann ich dafür recht wirklich kurz beschreiben. Der Blog bleibt. Ich brauche ihn alleine, um auf vergangene Artikel zu verweisen, zumindest seit 2016 (RIP Wordpress-Blog pre 2k16), und ich hebe ihn mir auch als Option auf, um einmal sehr lange, persönliche Texte zu posten. Aber hier wird's vermutlich etwas ruhiger. Und das ist auch okay so, weil ich immer noch hauptsächlich schreibe, weil ich einfach schreiben will. Es geht mir nicht um Klickzahlen, Werbeeinnahmen oder sonstige Monetarisierung, sondern einfach ums Mitreden. Ist letztendlich völlig wurscht, auf welchem Kanal ich das mache.

Aber wenn es dir nicht ganz wurscht ist, was ich schreibe, dann freu ich mich, wenn du mir auf Facebook, Twitter, Instagram oder wo immer du gerne deine Zeit verschwendest folgst. Und natürlich am allerwichtigsten: Dass du dich hier bei meinem Newsletter anmeldest. Da gibt's dann nämlich regelmäßig "echten Content", und nicht nur random Gedanken und Memes. (Meine Meme Pages schick ich dir auf Anfrage.)

Ich bin gespannt, wie dieses Experiment klappt - aber ich glaube, das kann gut funktionieren. Substack ermöglicht es ja auch, Newsletter-Ausgaben als normalen Artikel zu verlinken, insofern verliere ich diese Möglichkeit nicht. Also was soll schon schief gehen? Oder?

Please don't let this flop